„ Keine Regeln, keine Grenzen.“

— Kunstgeschwister
Wir haben immer gespürt: Wir wollen was Eigenes machen
Interview mit dem Kollektiv Kunstgeschwister, das am 26. September 2015 die After-Show-Party beim ClubbingClassic Musikfestival gibt.

Interview Mike und Timo Kucksdorf // Kunstgeschwister 

Die beiden „Kunstgeschwister“ Mike und Timo Kucksdorf veranstalten seit einigen Jahren nicht nur erfolgreiche sondern ganz besondere Events in und um Mönchengladbach. Kunstgeschwister ist nicht nur Veranstalter und Booking Agentur, sie sind ein Gemeinschaftsprojekt aus DJs, Künstlern und Architekten. Kunstgeschwister ist ein Event-, DJ-, Kreativ- und Design-Kollektiv. 


Was und wofür steht "Kunstgeschwister"? 

Am Anfang war es „nur“ der Name für unsere ersten Events und unsere Agentur. Natürlich sollte der Name auch eine Geschichte erzählen. Wer uns nicht kennt, es nicht weiß, dass wir Brüder sind, hat zumindest dann verstanden woher der Name vom Grundgedanken her kommt. Aber daraus ist dann mit der Zeit mehr geworden und wir haben nach und nach erst angefangen zu verstehen, welchen wirklichen Sinn der Name hat. Wie weit und tief die Wortverbindung greifen wird, was sich daraus alles entwickelt und wie die Außenwahrnehmung sein wird, haben wir nicht geplant oder gewusst. Wir zwei sind leibliche Brüder, in unserem Kollektiv sind wir es aber irgendwie alle. Der brüderliche oder familiäre Umgang miteinander ist uns wichtig und das übertragen wir auch auf unsere Events und Gäste. Es ist so‘n Familiending. Umso schöner nun zu sehen, was sich daraus entwickelt hat. Es war immer unser Wunsch mit Freunden und „Bro‘s“ gemeinsame Sache zu machen, sich aber nicht auf die Füße zu treten und dennoch die gleiche Leidenschaft und Ziele zu verfolgen.  Klar – auch bei uns knallt es mal. Aber auch das ist wichtig für uns und den daraus resultierenden Weg.

 

Kunstgeschwister ist mittlerweile zur Marke für angesagte Events, nicht nur in MG geworden. Wie und wann seid Ihr auf die Idee gekommen, Kunstgeschwister zu gründen?  

Wir haben uns schon weit vor den ersten Events 2007 mit dem Thema beschäftigt, aber mehr aus der Sicht des Gastes. Es war nie unser direkter Plan irgendwann eine Eventagentur zu gründen, Promoter oder Booker zu werden. Was wir aber irgendwie immer gespürt haben: wir wollen was Eigenes machen. Uns haben schon immer Events, Festivals, besondere Locations, Musik allgemein und alles, was da noch so mit dran hängt, fasziniert. Damals waren Dokumentationen über Festivals oder Musiker, Bands und die Menschen dahinter extrem spannend und sind es noch heute. „Behind the scenes“-Material hat uns genauso interessiert wie der Konzertbericht an sich. Als wir dann selber angefangen haben, größere Events und Konzerte auch im Ausland zu besuchen und live einen Blick hinter die Kulissen werfen konnten, wurde das Thema immer präsenter.  Irgendwann haben wir dann unsere ersten Partys in einem Hotel, einem alten Wasserturm und irgendwann jeden Dienstag in der Anaconda Bar in Düsseldorf veranstatet. So fing alles an...


Hinter Euerem Konzept steckt schon eine Marketingstartegie. Habt Ihr rückblickend heute das erreicht, was Ihr Euch vorgenommen habt? 

Strategie würden wir es nicht direkt nennen. Klar sind wir mit der Zeit auch an unseren Aufgaben gewachsen, man hat aus Fehlern gelernt und ist sich seiner Sache bewusster als am Anfang. Aber wir haben jetzt nicht einen festen Strategieplan, der unbedingt eingehalten werden muss. Es würde bestimmt manches einfacher machen, aber uns auch noch öfters in kreativen und spontanen Entscheidungen einschränken, Grenzen setzen und ein wichtiges Stück Freiheit nehmen. Wir können nicht abstreiten, dass wir gewisse Dinge strukturiert planen oder bedacht kommunizieren – klar! Aber sonst würde es ja auch teilweise nicht funktionieren oder zuviel Chaos verursachen. Rückblickend haben wir noch nicht alles erreicht, auf keinen Fall. Jedes Jahr passiert etwas Neues, es gibt neue Hürden, es kommen neue Projekte dazu oder aber auch man verschiebt die Prioritäten etwas. Daher denken wir, dass es immer ein laufender Prozess bleiben wird. Es ist ja gerade in unserem Bereich nichts wirklich kalkulierbar. Wir sehen für uns auf jeden Fall täglich neue Aufgaben bei bestehenden Produktionen oder unseren Events, ebenfalls wollen wir für das eine Event noch mehr machen um den Gästen etwas zu bieten und das andere setzt dann mal durch verschiedenen Umstände ein Jahr aus. Wir sind zufrieden mit dem, was wir bis jetzt geschafft haben, aber ausgetobt haben wir uns noch lange nicht.

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Ruinenpicknick, MS Rheinenergie, Hell&Dunkel....Welche Begegnungen oder Ereignisse waren für Euch Höhepunkte und entscheidend in der Biografie als Kunstgeschwister? 

Alle Events die wir gemacht haben, Kooperationen die man eingegangen ist, um gemeinsam etwas zu kreieren, alle haben ihre schönen Seiten und „Magic Moments“. Von den Genannten möchten wir kurz auf jedes eingehen, denn diesen gewissen Magic Moments vergisst man nicht.

RuinenPicknick:

Ein Event am Rhein zwischen Düsseldorf & Neuss unter einer Brückenruine. Von Freunden für Freunde gemacht ohne kommerzielles Ziel – „Umsonst & Draußen“.

Wir haben dort im Sommer wie auch Winter wirklich besondere Momente erlebt. Keine Regeln, keine Grenzen. Nur eine Bitte: Achtet die Natur! Wenn man sich am Ende über die Lautsprecher bei allen bedankt und um Mithilfe beim säubern der Fläche gebeten hat, dann Müllbeutel verteilt hat und auf einmal sah, dass hunderte Menschen anfingen, ihren oder den Müll von anderen wegzuräumen... Das war immer ein besonderes Ereignis und starkes Gefühl von Gemeinsamkeit und Zusammenhalt. Wir haben dann an manchen Events wirklich ein oder zwei Transporter nur voller blauer Säcke entsorgt. Einmalig!

MS Rheinenergie (My Bonnie is over the ocean):

Mit unserem Freund und Partner, Dani (102 Club) haben wir nach der zweiten gemeinsamen After Show zum Hell & Dunkel Festival beschlossen, auch noch darüber hinaus zusammen ein Projekt zu starten. Wir haben die MS Rhein-Energie gechartert und sind mit über 1.500 Gästen, Freunden und unseren Teams von Düsseldorf aus auf dem Rhein nach Köln und wieder zurück gefahren. Die Momente unter den Brücken sind was ganz besonderes. Wer schon mal dabei war, kann es nachvollziehen.

Hell / Dunkel Festival:

Das Festival ist im gesamten eine Herzensangelegenheit. Vom Umfang und Aufwand her ist es mit eine der zeitlich wie aber auch emotional größten Produktionen von uns. In den letzten Jahren hatten wir wirklich viel Stress mit dem Austragungsort und einigen bürokratischen Hürden. Der Name „Hell & Dunkel“ steht wie „Kunstgeschwister“ in erster Linie für die Verbindung von uns beiden, hat aber auch darüber hinaus einen Sinn. Doch wie auch oben zu unserem Namen erwähnt, haben wir erst mit der Zeit verstanden wie stark man die Bedeutung zu spüren bekommt. Sonnige wie wolkige Tage, gute wie weniger gute Zeiten, hoch und auch tief ging die Fahrt mit uns und diesem Event.  Am Ende hat es uns aber auch geprägt wie kein zweites. Den Moment wenn man Arm in Arm mit seinem Bruder auf der Bühne steht, mit seinem Team und Familie feiert, der letzte Song gespielt wird und die Menge vor der Bühne mit dir noch einmal alles gibt. Dieser eine kurze Moment packt dich so sehr und lässt dich einfach nicht mehr los. Es ist immer der Höhepunkt des Jahres.

 

In den vergangenen Jahren hat sich nicht nur technisch und musikalisch viel entwickelt, sondern sicher ist auch der Anspruch des Publikums anders geworden. Welche Herausforderungen haben sich im Gegensatz zu früher in Eurem Job geändert und wie geht Ihr damit um? 

Das stimmt, die technischen Möglichkeiten bieten heute viel mehr Kids schon früh die Option, sich nicht nur als User, sondern selber als Musiker oder DJ zu versuchen. Das bringt klare Vorteile mit sich, aber natürlich auch Nachteile. Wir sind selber noch mit Platten bei den Eltern aufgewachsen, auch unsere Künstler haben alle mit Vinyl angefangen, oder sich damit zusätzlich auseinander gesetzt und haben sich dann Richtung CD oder jetzt MP3 orientiert. Wir finden es klasse, die alten Werte zu erhalten, können auch diejenigen verstehen, die sie vehement verteidigen. Wir gehören zu der Generation, die beides kennt, selber mehr Berührungspunkte im Job mit den neuen Medien und technischen Gegebenheiten haben und sind somit sehr offen für Beides. Das allgemeine Interesse ist durch die Zugänglichkeit für „Jedermann“ natürlich gestiegen und der DJ ist heute der Fussballstar von gestern. Dadurch ist es noch schwieriger geworden, Gutes zu filtern, denn jeder Hobby DJ oder Produzent veröffentlicht heute was auf Portalen wie Beatport und Co, ist auf einmal Label Chef oder halt DJ von Beruf. Für uns und viele andere verwässert dadurch auch unsere so stark geprägte und hart aufgebaute Subkultur und damit verbundenen Genre. Durch den EDM und kommerziellen Hype der „elektronischen“ Musik wird vieles in einen Topf geworfen. Das ist am Ende extrem schade, denn unsere oder auch andere Untergenre dieser Kultur haben sehr starke Alleinstellungsmerkmale, die ganz klar erhalten und geschützt werden müssen. Man sieht es auch auf vielen Events immer mehr: Auf einmal ist die schicke Lady, die damals um einen dunklen, dreckigen Techno Club den größten Bogen gemacht hätte, der Gast in der ersten Reihe. Bitte alles nicht falsch verstehen! Ich mag keine Klassifizierung, auch möchte ich das nicht verallgemeinern. Es gibt wie immer solche und solche. Ich möchte damit nur klar machen, dass unser Musikgenre aktuell für die breite Masse keine Trennung mehr hat. Alles ist House, alles ist Techno, alles ist Elektro. Somit sinkt an der einen Seite der Anspruch ganz klar, denn viele Gäste wissen kaum was sie erwartet, welcher Künstler zu Gast ist oder wie er seine Musik darbietet. Auf der anderen Seite freut uns aber jedes Mal zu sehen, wie extrem sich gerade die junge Generation mit den Nischen befasst, aktiv folgt und man dem Anspruch dennoch gerecht werden muss und natürlich auch für sich selber will.

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Wenn andere frei haben und Feiern gehen, läuft bei Euch alles auf Hochtouren. Ist das mit Eurem Privatleben zu vereinbaren oder gibt es da keine Trennung?
Welche Arbeitsaufteilungen oder Verantwortlichkeiten gibt es in Eurem Team? Oder seid ihr Generalisten und jeder macht alles je nach Projektverantwortlichkeit? 

Ich glaube ich spreche da für jeden der beruflich im Eventgeschäft, Nachtleben oder der Gastronomie unterwegs ist: Manchmal ist es nicht einfach dies zu kombinieren. Es gibt bei uns ganz klar eine Trennung was Privat und was Job ist, dennoch vermischen sich alltägliche Dinge, Interessensgespräche, oder man trifft Menschen in privaten Situationen die man sonst nur aus der Nacht kennt. Das ist soweit aber kein Problem. Schwieriger ist es natürlich, wenn man ein Event hat, oder wie einige andere einen wöchentlich - zwei, oder dreimal geöffneten Club. In der Woche kümmert man sich um ganz normale Büroaufgaben, Rechnungen und organisatorische Dinge. Freitags starten dann alle ins Wochenende, bei uns fängt dann erst der richtige Job an. Wenn man sich da selber keine Grenzen setzt, Freiheiten einräumt und auch eine Struktur aufbaut, kann das ganz schnell sehr hart werden. Das mussten wir auch lernen, oder sind noch immer dabei. So ganz los lassen kann man dann doch noch nicht. Für größere Projekte gibt es auch immer jemanden aus dem Team der das Event von A – Z kennt, genau so wie wir, und das Team mit leitet. Das geht auch nicht anders. Bastian von 2insicht ist z.B. beim „Hell / Dunkel“ Festival immer so tief involviert und auch als Projektmanager verantwortlich. Simon Holt ist vor sechs Monaten für ein Langzeitpraktikum zu uns gekommen, hat durch seine Studiumsarbeit das „Big Food – Street Kitchen Festival“ als Projekt mit betreut und aufgebaut. Er wird nach seinem Auslandssemester voraussichtlich auch intensiver oder sogar fest der Agentur beitreten. Dennoch machen wir sehr viel selber, packen mit an und sind immer die ersten und auch die letzten auf unseren Events. Arbeitsfelder haben sich mit der Zeit zum größten Teil von alleine gebildet. Man hat seine Stärken oder Schwächen erkannt und demnach hat es sich auch gesund verteilt. Bestimmte Aufgaben und Bereiche sind jedoch keinem speziell zugeteilt, sondern werden gemeinsam abgestimmt und entschieden. 


“Von Freunden, für Freunde” besagt eine eurer Philosophien. Der Zusammenhalt und die "Familie" ist euch wichtig. Ist Eure "Familienplanung" abgeschlossen? 

„Von Freunden, für Freunde“ sagen wir immer bei unseren Events. Wie oben auch schon einmal angesprochen ist es wirklich immer sehr persönlich und familiär bei uns, jeder kennt jeden, egal ob Künstler, Gast oder Team.

 

Ganz klares Nein! Abgeschlossen würde ja auch heißen, dass es beendet ist und das ist es in keinem Fall. Wir suchen aktuell nicht aktiv oder wollen unbedingt den Kreis erweitern. Wenn es sich ergibt und harmoniert, spricht nichts dagegen. Aber wir gehen da nicht mit der Brechstange vor oder suchen täglich auf Soundcloud oder sonst wo nach einem Musiker, den wir dann unbedingt ins Team holen müssen. Spontanen Zufälle oder der persönliche erste Kontakt sind sowieso meistens die Besten. Virtuell kann man sich darstellen wie man will, live und direkt ist immer ehrlicher und man fühlt dann auch gewisse Dinge.


Euer Kollektiv besteht ja nicht nur aus Musikern, auch andere kreative Bereiche werden von euch unterstützt und befruchtet. Wer ist noch im Hintergrund aktiv und verantwortlich für Foto, Video und Desgin?

Das Meiste, was ihr hier zu dem Interview an Bildern findet, kommt von einem wirklich guten Freund und sehr begabten Fotografen: Harald Schaack. Harry haben wir auch durch Zufall kennengelernt, er hat 2011 noch für einen Medienpartner von uns gearbeitet und auf dem Hell / Dunkel Festival Fotos gemacht. Seine Bilder waren schon damals immer anders, seine Bildsprache frecher, gewagter, einfach ein ganz eigener Blickwinkel. Wir sagen immer, dass er es schafft, diesen Moment festzuhalten. Dabei geht es aber nicht um den Moment, wenn das Feuerwerk zündet wie es alle machen würden, Nein! Harry fängt den Moment ein, wenn die bunten Lichter erlöschen und die Menschen gerade nach dem 2 Minuten Arme hoch, ununterbrochen schreien und sich auf die Finger beißen...den Moment danach sieht Harry. Gerade Bilder von Events sehen halt meistens immer gleich aus. Klar, es sieht auch vieles ähnlich aus auf den Events, aber er schafft es halt Momente und auch Motive so einzufangen, dass jedes Bild eine Spannung erzeugt und man schaut es sich einfach gerne an. Mittlerweile haben das auch andere erkannt. Er hat sich einen Platz erarbeitet der ihm mehr als zusteht und seine Arbeiten für namenhafte Marken zollen ihm den gebührenden Respekt. Harry begleitet uns jetzt dokumentarisch seit fünf Jahren. Er war mit uns auf Tour, hat die Künstler einzeln begleitet bei Gigs, ist für einzelne Pressebilder der Künstler verantwortlich und steht uns begleitend bei jedem wichtigen Event zur Seite. Wir sind gespannt ob nach seiner ersten Ausstellung damals im Raum38 bald was Neues folgen wird. Genug Arbeiten hat er definitiv und unveröffentlichtes Material ebenfalls.

 

Für alle Bewegbildproduktion wie unsere Trailer, After Movies, One Takes, oder Recap Filme, Artist Dokus oder auch unsere 5YK Tour Dokumentation ist Henry Bigalke verantwortlich: BIGALKE. Henry haben wir ebenfalls 2011 das erste Mal kennengelernt, aber zu dem Zeitpunkt herrschte noch Unwissenheit auf beiden Seiten zu dem, was noch folgen sollte. Wir lernten uns alle besser kennen, er war einfach drin in der Gruppe. Direkt und zu 100% für Jeden mittendrin im Geschehen. Ich erinnere mich noch so gut, wie krass es am Anfang war und wir uns alle immer gemeinsam bei einem Essen oder im Büro weggeschmissen haben, denn Henry war so schnell so vertraut und in der Gruppe, aber teilweise so ruhig und zurückhaltend. Auf einmal sagte dann wieder einer: Ach krass, bist du schon die ganze Zeit hier Henry? Laut gelacht haben wir alle zusammen. Jetzt rückblickend fällt einem dann auf warum es so war, weil es einfach so schnell ging wie bei keinem Zweiten, was das Vertrauen betrifft. Henry ist so herzlich wie er groß ist, ein richtiger Bro eben. 2012 hat er dann direkt unser „Hell / Dunkel“ Festival After Movie gedreht und geschnitten. Es war natürlich extrem wichtig für uns, man hat nur den einen Versuch für die nächsten 12 Monate, aber er hat es einfach gemacht und rausgehauen. Nach vielen gemeinsamen Projekten, aber auch verdammt starken eigenen Arbeiten mit BIGALKE für Global Player und große Brands hat er gemerkt, dass es doch steiler und schneller geht mit seinen Arbeiten. Vor kurzem ist Henry „leider“ nach Hamburg gezogen, was uns nicht wirklich aufhält. Gemeinsam verfolgen wir alles weiter und unterstützen uns gegenseitig. Aber für Henry war der Schritt ein wichtiger, da er zu seinen eigenen Projekten nun noch für einen der besten Fotografen und Videografen, sowie Selbstvermarkter arbeitet die sich in unserem Bereich der Musikindustrie und darüber hinaus bewegen. Auch hier sind wir extrem gespannt was noch alles kommt, denn eins ist bei beiden sicher: Schaack & Bigalke werdet ihr noch öfters hören!

 

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Jonas Mantey aus Berlin ist z.B. ein regelmäßiger Act bei euch. Wie entsteht die Zusammenarbeit mit "Euren" Künstlern? 

Das ist wirklich bei jedem ganz unterschiedlich. Künstler wie Ade Kanon und 2insicht. sind quasi seit der ersten Stunde an dabei und haben die Events musikalisch stark geprägt. Thyladomid kam etwas später zu uns, erst als regelmäßiger Gast, dann hat er uns persönlich angesprochen und es hat harmoniert. Mick Benjamins kam Anfang 2012 zu uns. Wir hatten schon vorher Kontakt, doch jeder Zugang wird mit einer Party besiegelt und die hatten wir mit Mick im April 2012 – Großartige Nacht! Weitere Holländer im Bunde sind Roberto Calzetta & Twin Soul. Die Jungs aus Maastricht haben wir ganz klassisch zu einem Booking eingeladen und im Verlauf des Abends bzw. der Nacht hat man sich halt sehr gut verstanden und ausgetauscht. Die Jungs sind sehr ruhige Persönlichkeiten, aber als Live Act mittlerweile sehr sicher und Ausdrucksstark. Dieser Gegensatz passte recht schnell bei uns und aus dem Booking wurde eine feste Zusammenarbeit. Iris Menza ist zeitlich gesehen das jüngste Mitglied. Wir sind sehr froh, mit ihr mal wieder eine Schwester in der Familie zu haben, vor allem eine mit dem musikalischen Können. Sie ist quasi der weibliche Bro. Es haben uns ja auch mit der Zeit schon echt tolle Künstler verlassen müssen, die ihren Weg weiter nach Oben gemacht haben.  Auf Jonas wurden wir damals durch Thyladomid aufmerksam gemacht. Er stand mit ihm im Austausch und meinte irgendwann im Büro zu uns, wir sollen uns mal seine Sachen anhören. 

Recht lange haben wir das dann auch erstmal nur verfolgt. Irgendwann haben wir ihn angeschrieben und gefragt, ob er Interesse an einem Austausch hätte. Das ging wirklich Monate so, bis wir ihn dann zu uns nach Düsseldorf eingeladen haben, um sich persönlich kennen zu lernen. Von da an war die Basis gesetzt und man hat sich nach und nach allem angenähert. Was uns bestimmt auch noch mal auf einer anderen Ebene mit Jonas verbindet, ist, dass er damals erst 15 Jahre alt war. Wir sind mit allem bewusst recht langsam gestartet nach außen, doch bei uns gab es direkt die Taufe auf dem „Hell / Dunkel“ Festival, was wirklich super geklappt hat. Er wurde immer von einem von uns oder unserem Team auf größere Gigs oder ins Ausland begleitet. Das war am Anfang zugleich lustig aber auch besorgniserregend für uns und seine Eltern. Aber wir haben da gemeinsam mit Jonas einen Weg gefunden, geschaut, dass wir oft gemeinsame Events haben und uns sehen. 

 

Im Club Raum 38 in Mönchengladbach veranstaltet ihr die meisten eurer Events. Ihr seid aber auch sehr erfolgreich viel überregional und outdoor unterwegs. Wo liegt eure zukünftige Ausrichtung? 

 

Korrekt! Unsere monatlichen „Kunstgeschwister“ Events veranstalten wir in unserem Wohnzimmer, dem Raum38. Wir pflegen seit Jahren einen regelmäßigen Austausch mit bestimmten Clubs, oder Veranstaltern. Daher gibt es immer wieder Events in Städten wie Berlin, Hamburg, Amsterdam, oder Istanbul zu denen wir kooperieren, oder auch eigene Kunstgeschwister Showcases stattfinden. Wir arbeit aktuell daran, das „Hell & Dunkel“ Festival als Winter Event umzusetzen, leider hatten wir hier zuletzt mehrfach Probleme mit dem passenden Termin. Allgemein unsere Kooperationen oder auch eigene Events in den Niederlanden und Belgien werden stärker verfolgt. Aktuell arbeiten wir an einem Festival in Istanbul mit einem Partner, auf das wir uns auch sehr freuen. Alles können wir noch nicht verraten, aber 2016 wird wieder einiges passieren, das versprechen wir.


Mit „Kunstgeschwister goes on a Wiese“ habt Ihr gerade in MG neue Maßstäbe in MG gesetzt. Was waren dabei die größten Herausforderungen? 

Wir haben das zwar nicht direkt so genannt, aber mit dem „Kunstgeschwister Open Air“ konnten wir in Mönchengladbach endlich eine Freiluftveranstaltung umsetzen, die wir gerne schon ein oder zwei Jahre früher gestartet hätten, doch damals waren die Vorraussetzungen etwas anders. Mit der Stadt arbeiten wir mittlerweile sehr eng und sehr offen zusammen. Das wünscht man sich wirklich nur halb so positiv in anderen Städten oder Kommunen. Herausforderung war für uns zuerst das sensible Thema „Spielplatz und Party“ für einen Tag zusammenzubringen. Verschiedene Gründe sprechen dagegen, ein Open Air Event teilweise auf und direkt neben einem Wasserspielplatz zu veranstalten, das war uns auch bewusst. Doch nachdem wir während des Aufbaus der ersten Produktion mit Eltern, Anwohnern und Besuchern des Spielplatzes oder Park gesprochen hatten und erklären konnten was wir dort machen, sind wir zu 95% auf positive Resonanz gestoßen. Viele Anwohner und Eltern (auch mit Kindern) waren dann auch Gast auf unserem Event. Als wir nach dem Event den Abbau, Säuberung der Flächen und Umgebung hinter uns hatten, der Stadt sowie den Eltern einen sauberen Platz zurückgeben hatten, war auch diese Sorge bestritten und die Besucher wussten unser Wort zu schätzen. Wir hatten somit gedacht, die schwerste Hürde hätten wir gemeistert, doch beim zweiten Event wurden wir etwas enttäuscht. Wir haben vom Berliner Watergate Club zwei Künstler nach MG eingeladen und alles vom Gelände her so gebaut und platziert wie beim ersten Mal. Das wussten sich aber auch viele Besucher und sogar teilweise regulären Gäste zu nutze zu machen. 300 – 400 Menschen versammelt sich gegenüber des Eventgeländes auf dem Fuße des Berges (Monte Clamotte) und hatten somit uneingeschränkte Sicht auf unsere Bühne und natürlich auch musikalische Darbietung. Als wir persönlich mal den Berg abgegangen sind, so viele bekannte Gesichter gesehen haben, waren wir etwas enttäuscht.

 

Man schafft es, alle Hürden zu nehmen, solch ein Event in MG zu platzieren, kann monatlich darauf aufbauen, aber wird dann von einem Teil der eigenen und auch neuen Besuchern nicht unterstützt. Im Gegenteil. Wir haben natürlich die Flächen am Berg noch zusätzlich säubern und den Müll entsorgen müssen und so weiter. Wir haben kurzfristig dann unser Event im August überhaupt nicht erst kommuniziert, werden im September das Closing veranstalten, doch mit kleinen Abwandlungen der Fläche. 

Interview mit Francesco Tristano:

Francesco-Tristano

Interview mit Brandt Brauer Frick:

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Interview mit Alice Sara Ott:

Alice-Sara-Ott-Interview

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